Datenanalyse for Takeoff – Case Study Flughafen München

Prof. Dr. Heike Markus, die seit dem Wintersemester 2020 die Studiengangleitung für unseren Masterstudiengang Digitale Transformation übernommen hat, war bis vor kurzem Senior Referentin Strategische Planung bei der Flughafen München GmbH. In folgendem Artikel diskutiert Sie Arbeitsabläufe und Entwicklungen in der Strategieabteilung des Flughafens München, die Einlicke in den täglichen Betrieb geben und erklären, was Datenanalysen leisten können.

Erschienen ist dieser Artikel im BARC GUIDE – Advanced Analytics 2019

 

Mit mehr als 250 Zielen in der ganzen Welt und mehr als 44 Millionen Reisenden im Jahr ist der Flughafen München einer der großen Verkehrsknotenpunkte. Als Passagier kann man die Komplexität und Menge an Datenpunkten allerdings nur erahnen – und dies potenziert sich in der strategischen Planung.

Eingespieltes Zusammenspiel

„Angefangen vom Flugbetrieb über die Restaurants und Shops bis hin zu den Reinigungskräften müssen viele unterschiedliche Akteure beim täglichen Betrieb des Flughafens wie Zahnräder nahtlos ineinandergreifen“, erklärt Dr. Heike Markus, Senior Referentin Strategische Planung bei der Flughafen München GmbH.

Was bereits beim Tagesgeschäft aufwändig und komplex ist, potenziert sich, wenn es um die strategische Planung geht: „Wir erstellen Zukunftsszenarien als Entscheidungsgrundlage für das Management. Wir analysieren, wie sich interne und externe Faktoren auf die Zukunft des ganzen Konzerns auswirken könnten – also zum Beispiel Investitionen, politische Entscheidungen oder auch Marktveränderungen. Da die einzelnen Geschäftsfelder des Flughafens voneinander abhängig sind und viele zusätzliche externe Faktoren hinzukommen auf die wir keinen Einfluss haben, ist die Komplexität dabei hoch“, betont Dr. Markus.

„Ein wichtiges Thema war zum Beispiel der Beschluss des Pariser Weltklimagipfels 2015. Welche CO2-Strategie muss entwickelt und verabschiedet werden und auf welche Bereiche des Betriebs hat dies Auswirkungen?“. Dazu muss das Team die verschiedenen Zukunftsszenarien berechnen sowie die Sensivitäten analysieren und miteinander vergleichen. Nur so kann das Management des Flughafens beurteilen, welche Auswirkungen die Entscheidungen auf das Unternehmen haben können.

Datenvorreiter im Höhenflug

Zusammen mit einem kleinen Team quantifiziert Dr. Markus die relevanten Fragestellungen und bewertet diese auch qualitativ. „Wir haben zwar stets das gesamte Unternehmen im Blick, arbeiten aber auch intensiv mit den einzelnen, involvierten Abteilungen zusammen und tauchen bedarfsweise tief in die Details ab“.

Mit dem steten Blick in die Zukunft hat das Strategie-Team im Unternehmen eine Vorreiterrolle inne. „Wir stoßen mit unserer Arbeit auch neue Themen an – wie zum Beispiel Datenanalysen – die von anderen Bereichen im Unternehmen aufgegriffen werden“, erklärt Dr. Markus.

Flexibilität, geringe Hürden und große Benutzerfreundlichkeit

Die Komplexität der Szenarien und vielen verschiedenen Datensätze überforderte allerdings die alten Programme, weshalb sich das Team vor zwei Jahren auf die Suche nach Alternativen machte. „Wir haben damals sehr intensiv mit Excel-Dokumenten gearbeitet – dadurch war die Komplexität groß und die Performance eingeschränkt. Außerdem konnten wir keine Datenbanken anbinden. Es war also sehr schwierig den Überblick zu behalten“, erläutert Dr. Markus die damalige Herausforderung. „Deshalb brauchten wir dringend eine Alternative. Um Geschäftsmodelle differenziert zu betrachten, Szenarien zu vergleichen und dann zu plausibilisieren, benötigten wir außerdem eine datenbankgestützte Lösung. Gleichzeitig wollten wir kein klassisches IT-Projekt, bei dem erst einmal ein kompliziertes Gesamtsetup erfolgen muss, verbunden mit hohem Schulungsaufwand – nur um dann eventuell festzustellen, dass es doch nicht die passende Anwendung für die eigenen Bedürfnisse ist“.

Wichtige Entscheidungskriterien bei der Auswahl für das Team waren deshalb die Benutzerfreundlichkeit, Flexibilität und die kurze Einarbeitungszeit. „Die Hürden bei Alteryx sind gering: Man installiert die Software auf einem Rechner und kann direkt beginnen. Schritt für Schritt kann man dann entscheiden, was zusätzlich benötigt wird und welche Lösung für eine Fragestellung geeignet ist. Dass man die Analyse schrittweise selbst aufbaut und die Einstiegsbarrieren nicht groß sind, hat uns überzeugt. Außerdem hat man stets die Möglichkeit, die Community zu fragen, wenn man nicht weiter weiß – das war für uns ein weiterer wichtiger Pluspunkt bei der Entscheidung und wir nutzen diese Möglichkeit auch oft“.

Analyse auf Knopfdruck

Mittlerweile hat das Team das Prognosemodell erstellt und die internen und externen Eingangsparameter bestimmt. „Bereits nach den ersten Berechnungen haben wir festgestellt, dass wir viel Zeit sparen. Dank Alteryx können wir jetzt auf Knopfdruck unterschiedliche Szenarien berechnen lassen. Dadurch haben wir mehr Zeit, um die Ergebnisse zu interpretieren und weitere Detailuntersuchungen zu machen.“

 

Wer tiefer in dieses Thema einsteigen will, findet hier weitere Informationen und die Slideshow des Vortrags.

Veröffentlicht unter: Allgemein, Digitalisierung im Unternehmen