Was sind eigentlich Beacons?

Beacon bedeutet wörtlich übersetzt Leuchtturm oder Signalfeuer. Im Marketing werden diese technischen Leuchtfeuer eingesetzt um Besucherströme gezielt zu lenken.

Eine technische Definition

Ein Beacon ist ein Sender oder Empfänger, der auf der Bluetooth Low Energy basiert. Diese Funktechnologie kann als Weiterentwicklung von Bluetooth verstanden werden, braucht aber weit weniger Energie. Die Reichweite beträgt ca. 50 -75 Meter. Beacons senden ein Signal aus, das von einer entsprechenden Software, die man sich vorher auf sein Handy geladen hat, empfangen wird. Sobald man sich dann im Wirkungskreis des Beacon befinden, empfängt man Pushmitteilungen auf seinem Gerät.

Beacons im Marketing

Beacons kommen z. B. zum Einsatz, um Besucher im Laden zu lokalisieren und diesen bestimmte Aktionsangebote auf das Smartphone zu schicken. Beacons können bestimmte Inhalte oder Erlebnisse auf dem Gerät des Benutzers auslösen. Dieser unterschiedliche Inhalt kann für den jeweiligen Standort jedes Beacons spezifisch sein und benutzerdefinierte Inhalte in verschiedenen Bereichen des Gebäudes ermöglichen. So wird man bei den Turnschuhen auf die neuesten Modelle hingewiesen und bei den Büchern bekommt man die neueste Bestseller vorgestellt.

Einsatzgebiete unterschiedlicher BeaconsDer Hamburger Flughafen nutzt diese Technologie um die verbrachte Zeit in den verschiedenen Geschäften zu messen und mit Prämien zu belohnen. Auf Veranstaltungen werden Besucher mithilfe der Beacon-Technologie navigiert, so wurde z. B. bei einer Messeveranstaltung die Information über einen freien Essensstand auf die Handys der Hungrigen geschickt und innerhalb von nur fünf Minuten gingen 38 Prozent der angesprochenen Besucher zu diesem Stand in einer anderen Halle.
Im Football-Stadion in Santa Clara wurden die User bei der Suche nach Sitzplätzen, Hotdog-Ständen oder freien Toiletten von Beacons gelenkt. Museen nutzen die Beacons umd die unhandlichen Audio- oder Videoguides zu ersetzen und alles Wissenswerte zu einem Ausstellungsstück direkt aufs Handy zu schicken. Und in Deutschland möchte die Deutsche Bahn am Düsseldorfer Hauptbahnhof ein solches digitales Leuchtfeuer entfachen.

Einerseits sorgen diese kleinen Helfer also dafür, das man als Kunde bestimmte Produkte und Dienstleistungen in einem Geschäft findet. Und umgekehrt können die so erhobenen Daten für die Gestaltung der Ladeflächen und die Sortimentsplanung verwendet werden. Sobald Einzelhändler feststellen können, wann Kunden ihre Geschäfte betreten und welche Einkäufe getätigt werden, können sie die Informationen mit demografischen und historischen Daten verknüpfen. Dies führt zu einem umfassenden Einblick, um nicht nur die Ladenfront entsprechend neu zu gestalten, sondern auch zu entscheiden, welche Produkte wann auf Lager sein müssen.

Anwendungsgebiete von Beacons

Beacons dienen dem stationären Handel somit als Inspiration für frischen Content. Vielleicht ist diese Vernetzung der digitalen Kanäle ein Anschub für den immer mehr zurückgehenden Einzelhandel? „Mit dem geschickten Einsatz bekommen Ladenbetreiber Möglichkeiten, die bislang Online-Shops vorbehalten waren, wie Empfehlungsmarketing, Customized Shopping, Couponing oder individuelle Rabatte“, erklärt der Mobilexperte Florian Gmeinwieser (Head of Mobile der Plan.net Gruppe, München).

Quellen: Onlinemarketing Lexikon; Onlinemarketing News

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